Mittwoch, 24. August 2011

Rezension zu "Der wahrhaftige Volkskontrolleur" von Andrej Kurkow

Und auch dieses Buch habe ich kürzlich gelesen und möchte ich euch vorstellen.



Dieses Buch wartet gleich mit mehreren, parallel verlaufenden Handlungssträngen auf. Da ist Pawel Dobrynin, ein einfacher Bauer, der zum Volkskontrolleur ernannt und in den Norden der Sowjetunion geschickt wird, wo er hinter einen Korruptionsskandal kommt und beinahe einem Mordanschlag zum Opfer fällt.
Dann gibt es einen Engel, der aus dem Himmel auf die Erde flieht, um herauszufinden, wieso noch kein einziger Sowjetbürger sündlos genug war, um ins Paradies zu gelangen. Mit einer Gruppe geflohener Kolchosbauern, Bauarbeiter und Rotarmisten baut er eine Lebensgemeinschaft auf, die sich ein recht komfortables Leben schafft, aber die Gott und die Seele komplett verleugnet.
Auch von einem Schuldirektor, der gerne nachts auf dem Dach der Schule sitzt, und dem Künstler Mark, der mit seinem Gedichte rezitierenden Papagei Kusma durch das Land reist, wird erzählt. 

Der Autor schafft es wirklich, diese Charaktere sympathisch und gleichzeitig leicht skurril zu schildern, so dass man gespannt verfolgt, wie es mit ihnen weitergeht. All ihre kleinen Sehnsüchte und Bedürfnisse, Wünsche und Träume und das alles vor dem Hintergrund des Kommunismus in der Sowjetunion… An Kritik an diesem Regime mangelt es nicht, aber vieles erschließt sich erst durch entsprechendes Hintergrundwissen. Was ich aber sehr schade fand ist, dass das Buch ein offenes Ende hat. Mitten in der Handlung hört es einfach auf, ohne dass man erfährt, was aus den Figuren wird – sehr unbefriedigend! Ich hätte so gerne noch weitergelesen… Dafür gibt es von mir auch einen Stern Abzug, also nur 4 von 5.

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