Mittwoch, 24. August 2011

Rezension zu "Das Landei" von Florian Beckerhoff



 Von diesem Buch hatte ich etwas ganz anderes erwartet. Das Cover ist witzig und verspricht leichten Lesegenuss, doch das Buch selbst ist über weite Strecken eher philosophisch angehaucht. 

Die Hauptfigur, Robert, hat es geschafft – einst kam er vom Dorf in die Stadt, versuchte sich als erfolgloser Künstler in Kleinkunstbars und wechselte dann in die Werbung. Nun besitzt er eine eigene Agentur, Geld wie Heu und hat eine schöne Freundin – doch in ihm ist immer noch Leere, seinem Leben scheint der Sinn zu fehlen. Als er sich weigert, seiner Freundin von seiner Kindheit zu erzählen,  macht sie Schluss. Fortan grübelt Robert darüber nach, was für eine Frau zu ihm passen könnte, und überhaupt über seine Herkunft, seine Eltern - denen er seit Jahren erfolgreich aus dem Weg geht - und den Sinn des Lebens.

Als er von einem alternden Kneipenbesitzer  den Tipp bekommt, sich eine Frau aus seiner Heimat, also vom Dorf zu suchen, nimmt er Kontakt zu ehemaligen Mitschülern auf. Und das Wunder geschieht, er verliebt sich tatsächlich so intensiv wie nie zuvor, obwohl  Gabi so gar nicht in sein bisheriges Beuteschema und sein schickes Stadtleben zu passen scheint. Dummerweise kommt sie dahinter, das er scheinbar nur mit ihm zusammen ist, weil sie aus seinem Dorf kommt und er bloß „irgendeine aus der Heimat“ wollte, und verlässt ihn ebenfalls.

Ein Urlaub im Süden entpuppt sich als wirrer Absturz in Alkohol und Drogen, danach will Robert umso verbissener den Erfolg seiner Firma vorantreiben, und geht dabei auch über Leichen. Gerade in dieser Phase wird er extrem unsympathisch. Doch als er dann seine Eltern in ihrem Dorf besucht, weil seine Mutter ins Krankenhaus kommt, tut er einem schon fast wieder leid, weil die große Kluft zu seinen Eltern klar zutage tritt. 

Und schließlich schafft Robert doch noch, was man gar nicht mehr erwartet hat: „zu Hause“ anzukommen…

Ich bin nicht so begeistert von dem Buch, wie ich gehofft hatte. Nicht immer konnte ich die Motive und Handlungen der Hauptfigur nachvollziehen, und dessen Erlebnisse während des Urlaubs im Süden fand ich so merkwürdig, dass ich das Buch beinahe nicht mehr weitergelesen hätte. Mal erscheint Robert als totales Arschloch, und oft konnte ich einfach nicht glauben, wieso er sich alles so furchtbar schwer macht. Es ist einfach nicht das, was ich erwartet hatte. Von mir nur 2 von 5 Sternen.

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