Dienstag, 28. Februar 2012

Rezension zu "Und wenn alles ganz furchtbar schiefgeht?"

Über bloggdeinbuch durfte ich mal wieder ein Buch testlesen; zum ersten Mal habe ich mich dabei auf ein Sachbuch beworben, und zwar auf "Und wenn alles ganz furchtbar schiefgeht?" von Kelly G. Wilson und Troy DuFrene, erschienen im Junfermann Verlag. Hier kann man das Buch für 14,90€ kaufen.



Im Klappentext beschreiben die beiden Autoren das Anliegen ihres Buches folgendermaßen:
“So sehr wir uns auch vor allen künftigen Katastrophen und Problemen in Acht nehmen: Niemals können wir uns voll und ganz davor schützen, dass nicht doch etwas vollkommen daneben geht. Dieser Umstand bereitet vielen Menschen Sorgen und die meisten möchten wahrscheinlich ihre Ängste lieber heute als morgen loswerden. Kelly Wilson  und Troy DuFrene beschreiben eine etwas andere Umgangsweise mit Ängsten. Statt sie wegzudrängen, gilt es vielmehr, sie anzunehmen, um dann festzustellen: Man kann besorgt sein und hat dennoch Raum zum Atmen und Leben. Ihr auf der Acceptance und Commitment Therapie (ACT) basierendes Buch versteht sich nicht so sehr als stringenter Therapieleitfaden, sondern will vielmehr ein Begleiter im Umgang mit menschlichem Leiden sein.”

Das Thema Angst und der Umgang damit interessieren mich schon seit langem. Wer kennt dieses Gefühl nicht: Das Herz klopft, der Puls rast, Schweiß bricht aus, man fühlt Übelkeit, Schwindel oder beginnt zu zittern. Eigentlich ist Angst eine wichtige Schutzreaktion des Körpers, die uns helfen soll, in unmittelbaren Bedrohungssituationen zu fliehen und damit unser Leben zu retten. Doch was passiert, wenn es immer mehr Situationen gibt, die uns Angst machen? Angst vor Krankheit, vor Jobverlust, vor dem Tod geliebter Menschen, vor Armut, vor Spinnen, vor engen Räumen oder Menschenansammlungen... die Liste lässt sich beinah endlos fortsetzen. Und die Angst nimmt immer mehr Raum im Leben ein, lähmt uns und hindert uns daran, unser Leben zu genießen.

Wenn man versucht, seine Ängste zu verdrängen, werden diese nur immer noch stärker, daher gehen die Autoren des Buches "Und wenn alles ganz furchtbar schiefgeht?" einem anderen Ansatz nach: man soll seine Ängste annehmen, sie akzeptieren und merken, dass sie kein Feind sein müssen und man trotzdem ein sinn- und lebenswertes Leben führen kann. Dabei versprechen sie ausdrücklich keine "Heilung" von Ängsten, sondern wollen vielmehr erreichen, dass man sein Leben und die Dinge, die einem widerfahren, entspannter betrachten kann.
Ob dies mithilfe des Buches gelingen kann, muss jeder für sich selber ausprobieren. Das Buch enthält viele "Spiele", also Übungen, die zum Nachdenken anregen und die Perspektive des Lesers verändern helfen sollen. Manche Übungen fand ich sehr gut und hilfreich, andere weniger - aber das ist eben Geschmackssache. Und wer wirklich unter schwerwiegenden Angststörungen leidet, kommt um eine Therapie trotzdem nicht herum. Aber dennoch bietet das Buch interessante Ansätze, um ein freieres und selbstbestimmteres Leben führen zu können. Dafür hat sich die Lektüre aus meiner Sicht schon gelohnt.

Mein Fazit: 3 von 5 möglichen Sternen.

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