Sonntag, 8. April 2012

Rezension zu "Netzkiller" von Oliver Wolf

Hallo ihr Lieben, nach längerer Blogabstinenz (ich muss einfach zu viel arbeiten!) gibt es von mir wieder mal etwas zu lesen. Das Portal Blogg dein Buch und der Gmeiner Verlag waren so freundlich, mich mit neuem Lesestoff zu versorgen. Diesmal durfte ich das Buch "Netzkiller" von Oliver Wolf testlesen, dass ihr bei Interesse hier direkt für 11,90€ kaufen könnt.



Zum Inhalt
Es scheint ein Traum für Computerspieler zu sein. Eine Seite, auf der illegale Downloads angeblich verfolgungssicher angeboten werden. Doch der Traum wird zum Albtraum, denn jeder, der sich einloggt, ist dem Gamemaster hilflos ausgeliefert und nimmt an einem ganz besonderen Spiel teil. Die Regeln sind einfach: Finde eine Person auf einem vorgegebenen Google-Street-View-Bild oder sie wird sterben. Die Kriminalbeamten André Bürkle und Antonia Ronda machen sich auf die Jagd nach dem Mörder, doch selbst als dieser gefasst wird, ist das Spiel noch lange nicht vorbei...

Mein Leseeindruck
Der Debütroman des Autors Oliver Wolf hat mich thematisch sofort angesprochen. Wie Millionen anderer Leute bin auch ich auf Facebook und Twitter unterwegs und habe überlegt, mich nun auch noch bei FourSquare anzumelden. Aber will ich wirklich, dass meine virtuellen "Freunde" immer genau wissen, wo ich mich gerade aufhalte? Nach der Lektüre von "Netzkiller" muss ich diese Frage ganz klar mit "Nein" beantworten. Denn das Buch macht ziemlich schonungslos deutlich, dass man eben oft nicht weiß, wer sich hinter einem virtuellen Profil verbirgt und ob diese Person es gut oder schlecht mit einem meint. Auch das man meist viel zu sorglos mit seiner E-Mail-Adresse umgeht und welche Folgen dies haben könnte zeigt der Autor sehr eindrücklich in seinem Buch.
Dennoch hat mich "Netzkiller" nicht wirklich überzeugen können. Dies lag zum einen daran, dass ich mit den Figuren nicht warm geworden bin. Besonders den Kriminalbeamten André Bürkle fand ich viel zu klischeehaft dargestellt - ein Macho und Möchtegern-Rockstar, sportlich und attraktiv zwar aber ansonsten total ungebildet - selbst 5 Sätze über Architektur überfordern den Intellekt dieses Mannes offensichtlich. Bürkles Kollegin Antonia Ronda wiederum fand ich zwar ganz sympathisch dargestellt, aber leider hat man nicht viel über sie "privat" erfahren - ihre Vorgeschichte, ihre Beweggründe - so dass ich mir dann doch kein richtiges Bild über sie machen konnte.
Zum anderen fand ich die Geschichte stellenweise einfach total unglaubwürdig. Der sogenannte "Gamemaster" will von der Polizei gefasst werden und erwartet die Beamten seelenruhig bei sich zuhause im Wohnzimmer, um sich festnehmen zu lassen? Wieviele Stunden hat er da wohl Däumchen drehend gesessen, bis er identifiziert werden konnte? Vom Ende des Buches, dieser Porno-Gewalt-Orgie, will ich gar nicht erst reden - da scheint seine Phantasie eindeutig mit dem Autor durchgegangen zu sein. Schade, denn das hat dem Buch viel von seiner Glaubwürdigkeit und Authentizität genommen. Und die durchaus realen Gefahren, vor denen das Buch warnen will, scheinen plötzlich doch nur phantastische Hirngespinste zu sein. Somit kann ich insgesamt leider nur 3 von 5 Sternen für diesen Roman vergeben.

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